Anamnese

Die Erhebung der Anamnese erfolgt über ausführliche Fragebögen und ein Gespräch. Sie dient zur genauen Bestimmung der Probleme und der Ermittlung von Ursachen und Zusammenhängen, die für den Laien nicht einfach zu erkennen sind.

Ein Beispiel: Normalerweise krabbelt ein Kind im Alter von ca. 10-11 Monaten. Im gleichen Alter entwickelt sich das visuelle Greifen. Das visuelle Greifen ist die Fähigkeit ein Objekt gezielt anzusehen (es zu fixieren), auch wenn es sich bewegt. Das muss sogar dann funktionieren, wenn man sich dabei selbst bewegt. Das Krabbeln ist eine Fortbewegungsart, bei der der Kopf nicht hin und herschaukelt, sondern still steht. Dadurch brauchen die Augen beim Krabbeln nicht aufwendig gesteuert werden. Das interessierende Objekt kann trotz der Körperbewegung konstant angesehen werden. Eine exakte Steuerung der Augen überfordert das Kind in diesem Entwicklungsstadion.

Fällt es einem Menschen (der nicht gekrabbelt ist) schwer, ein bewegtes Objekt konstant anzusehen, so kann das "nicht gekrabbelt sein" die Ursache für heutige Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten sein. Es soll Therapeuten geben, die ihre Patienten bei bestimmten Problemen eine Zeit lang krabbeln lassen.

Für die Visualtherapie bedeutet die Information "nicht gekrabbelt", dass dieser Mensch wahrscheinlich bei allen Übungen mit Augenbewegungen zusätzliche taktile Unterstützung braucht.

Das Erkennen solcher Zusammenhänge ist auch wichtig, um Eltern beraten zu können, bevor ihr Kind entsprechende Entwicklungsdefizite entwickelt.

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